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INTERREG Netzwerktreffen in München

Transnationale Zusammenarbeit bietet Lösungen vor Ort: Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg organisierte gemeinsam mit Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat ein Vernetzungstreffen für Projektpartner des INTERREG Programms Mitteleuropa und Donauraum am 26. September in München.

Diese Veranstaltung bot die Möglichkeit, andere Projekte kennenzulernen sowie beteiligte Institutionen aus aktuellen INTERREG Projekten zu treffen und mehr über Modelllösungen der Implementierung und Verbreitung von Projektergebnissen zu lernen. aifroia beteiligte sich an dem Treffen mit einer Vorstellung des Projektes „Attractive Danube“.

Die Ansprechpartnerin des Bundesamt für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) präsentierte begleitend dazu die Ergebnisse einer aktuellen Studie zur Kapitalisierung der Ergebnisse transnationaler INTERREG-Projekte in Kommunen und Regionen. Die Studie ist hier abrufbar.

Während des offenen und interaktiven Forums am Nachmittag diskutierten die Teilnehmer über die wichtigsten Themen der zukünftigen INTERREG Förderaufrufe: Stadt- und Regionalentwicklung, Umwelt und Mobilität sowie über die größten Herausforderungen bei der Umsetzung aktueller Projekte: Ko-Finanzierung und Anlauffinanzierung, administrativer Aufwand, Partnersuche, Ansprache der Zielgruppe(n) sowie Verbreitung der Ergebnisse.

Die Veranstaltung endete mit einem Ausblick auf die voraussichtlichen inhaltlichen und strukturellen Änderungen des Programms in der nächsten Förderperiode.

Project co-funded by European Union funds (ERDF, IPA).            

E-Learning Plattform veröffentlicht

In zwei Jahren kann sich viel entwickeln; das hat sich beim Abschlusstreffen des ERASMUS+-Projekts „Identities – much more than Cards“ in Famalicao, Portugal, gezeigt. Von Beginn des Projekts an haben wir erkannt, dass es eine Vielzahl von beteiligten Organisationen und Zielgruppen gibt, die sich um die Entwicklung von Schulungsmaterial für eine bessere Integration von Migranten bemühen. Beteiligte Partnerorganisationen sind in Deutschland, Italien, Lettland, Luxemburg, Portugal und der Türkei tätig und die jeweiligen Zielgruppen reichen von neu angekommenen Asylbewerbern bis hin zu Migranten aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturen stammend, die bereits seit Jahrzehnten in der neuen Heimat wohnen. Ziel des Projekts war es daher, ein gemeinsames Curriculum und Lernmaterial für das interkulturelle Verständnis und die Integration in die jeweilige Kultur der neuen Heimat der Migranten zu entwickeln.

Aber wir haben die Herausforderung angenommen! Eine nun veröffentlichte Online-Plattform in 7 verschiedenen Sprachen dient als gemeinsame Basis für Aktivitäten und Werkzeuge zum individuellen Lernen.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede wurden im Austausch während des finalen Projekttreffens Ende Juli in Portugal diskutiert und wir alle kamen zu dem Schluss: Wir freuen uns darauf, die guten Erfahrungen mit den Aktivitäten über den Projektabschluss hinaus fortzusetzen!

Hier geht´s zum Link der Plattform.

Fragebogen zum Glücklichsein

Glück und Vertrauen spielen eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben und können die Attraktivität einer Region beeinflussen. Doch was bedeuten Glück und Vertrauen? Was bedeutet es für die einzelenen Personen und was für die jeweilige Region? Um erste Antworten auf diese Fragen zu finden, haben im Rahmen unseres Projektes „Attractive Danube“ nun einen Fragebogen zum Glücklichsein entwickelt. Wir freuen uns über jede Teilnahme, es dauert maximal 10 Minuten.

Hier geht´s zum Fragebogen.

 

Project co-funded by European Union funds (ERDF, IPA).

Let´s make it happen!

Dieser Slogan des luxemburgischen Landesmarketing prägte auch den zweiten internationalen Training-Austausch in unserem ERASMUS+ Projekt „Identities – Much More than Cards“ vom 19.-23.03.18: nach 14 Monaten intensiver Auseinandersetzung mit Methoden und Materialien zu interkultureller Arbeit und Integration von Geflüchteten, kamen über zwanzig hauptberufliche wie ehrenamtliche LehrerInnen und BetreuerInnen in Luxemburg Stadt zusammen, um das entwickelte Trainingsprogramm zu testen. Egal ob Vorträge, Gruppenübungen, kulturelle Interaktionen oder auch ein Kartenspiel – unsere internationale Projektgruppe stellte sich selbst als ideales Testfeld heraus, um Verständlichkeit und Nutzen der einzelnen Elemente zu prüfen. Diese richten sich an Geflüchtete und MigrantInnen (aber auch andere Interessierte) und sind in 6 Modulen organisiert: Sprache, interkulturelle Kommunikation, Europäische Union, Arbeitnehmertum, Unternehmertum, und soziales Engagement. Ein besonderes Gewicht liegt auf der Förderung von Unternehmensgründung.

Noch bis Juli 2018 haben Interessierte die Möglichkeit, an der lokalen Pilotphase des „Identitities“- Lernprogramms in Italien, Lettland, Luxemburg, Portugal, Türkei (und Deutschland) teilzunehmen, bevor die überarbeiteten Module dann endgültig veröffentlicht werden – durch die Kursangebote der Partner, und eine gemeinsame e-Learning Plattform in 6 Sprachen. 

Für einen möglichst konkreten Praxisbezug organisiert aiforia die Inhalte rund um Unternehmensgründung und Green Business im Rahmen des BNE-Projekts „Regionale Kartoffel statt Couch Potato“ und kooperiert dafür mit einem professionellen Landwirt, einer Köchin, einer Expertin für Saatgut und einem interkulturellen Verein.

Let’s make it happen!

Mehr Informationen und Möglichkeit zur Anmeldung über info@aiforia.eu.

„Regionale Kartoffel statt Couch Potato“

aiforia, Kantine Vauban, Lindenbrunnenhof Forchheim, Pro Spezie Rara e.V. und Zusammen Leben e.V. kooperieren für ein ungewöhnliches Projekt:
Regionale Ernährung trifft Produktdesign, Kartoffel trifft junge Menschen, Selbstversorgung trifft Unternehmertum, Pommes mit Ketchup trifft nachhaltigen Konsum…
In mehreren halbtägigen Veranstaltungen nehmen wir unter die Lupe, was all das miteinander zu tun haben kann – und das hat sehr wohl einen roten Faden, obwohl die Aktionstage auch einzeln für sich stehen. (Wer den roten Faden noch weiter aufdröseln will, kann auch in das Kooperations- Projekt „ZusammenKartoffeln“ von Zusammen Leben e.V. einsteigen)

Am 08. März starten wir mit einem Infotag „Das Projekt zum Reinschmecken“ im Strandcafe Freiburg – wir stellen uns vor und unsere Idee, wers mag, kann andere kennenlernen, oder auch erst mal die selbstgemachten Pommes verkosten…

Dann geht es ungefähr so weiter (genaue Termine werden jeweils auf facebook angekündigt):

  • 14. April: Aktionstag „Wurzeln und Knollen“ – Einführung am Interkulturellen Garten Vauban, Erläuterung von Ablauf und Zusammenhängen. Fokus des Tages: Saatgut, insbesondere alte und samenfeste Sorten
  • Ende April: Exkursion und Aktionstag „Anbau“ am Lindenbrunnenhof Forchheim – Einführung in Notwendigkeit, Wirkweisen und Effekte von biologischem Anbau. Fokus: Auswahl der Kartoffelsorten und Bodenbedingungen
  • Mai: Stadt-Exkursion und Infotag „Formales“ in Freiburg – Vorstellung von Jobmöglichkeiten und Besuch relevanter Behörden im Ernährungsbereich. Fokus: Landwirtschaft und Verarbeitung als Beruf
  • Juni: Exkursion und Aktionstag am Lindenbrunnenhof Forchheim – Vertiefung zu biologischem Anbau. Fokus: Pflege und Ernte der Kulturen.
  • Juli: Aktionstag in der Kantine Vauban: Verarbeitung und Verteilung / Vermarktung von Bio-Produkten. Fokus: Konservierung jenseits der Saison
  • September: Exkursion und Aktionstag Lindenbrunnenhof Forchheim: Biologische Aufbereitung der Ernte. Fokus: professionelle Lagerung

Die Aktionen richten sich in erster Linie an jungen Erwachsene (18-27Jahre) zwischen Schule und Beruf, sind aber auch offen für weitere Interessierte. Dank der Förderung durch den BNE-Fonds der Stadt Freiburg sind die Veranstaltungen kostenlos; nur die Teilnehmerzahl müssen wir bei den einzelnen Terminen auf 20 begrenzen.

Rückfragen und/ oder Anmeldungen gern an: Andrea Philipp unter info@aiforia.eu

 

Fachgespräch am 31. Januar: „Zielkonflikte attraktiver Städte und Regionen – Mess- und steuerbar?“

Zwei Fachgespräche haben wir im Rahmen des INTERREG-Projekt „Attractive Danube“ durchgeführt, um verschiedene Blickwinkel auf die Frage nach „räumlicher Attraktivität“ einzunehmen und mögliche Zielkonflikte zu identifizieren. „Wieviel Attraktivität verträgt Freiburg; verträgt die Region Südschwarzwald?“ haben wir jeweils gefragt, und sehr reflektierte Auseinandersetzungen und fruchtbare Diskussionen erlebt.
Jedoch soll es nicht bei der Diskussion um Zielkonflikte bleiben; vielmehr wollen wir uns mit Ihnen zusammen der nächsten Frage stellen: wie können wir die Entwicklungen im Blick behalten und auch entsprechend steuern?

Um dem einen Rahmen zu geben, organisieren wir ein drittes Fachgespräch am 31.01.18 von 14:30 – 17:30 Uhr,
zu dem wir Interessierte gern im Konferenzraum des Green City Hotel Vauban, Freiburg begrüßen.

Nach einer Zusammenfassung der inhaltlichen Diskussionen aus den Fachgesprächen in Stadt und Region wird der Fokus dieser Veranstaltung entsprechend auf der instrumentellen Ebene liegen. Das Projekt „Attractive Danube“ sieht eine online Plattform vor, mit der sich die Indikatoren räumlicher Entwicklung für den gesamten Donauraum auf der Grundlage von Geodaten visualisieren lassen. Welche Einsatzmöglichkeiten ein solches Geo-Portal bietet, wird anhand des im November 2017 veröffentlichten Geo-Portals Baden-Württemberg vorgestellt werden. Dazu haben wirAndy Sohn vom Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung als Referenten gewinnen können.
Anschließend wird es Raum geben für Fragen, Anregungen und Feedback.

Diese Einladung richtet sich insbesondere an FachplanerInnen sowie politische EntscheidungsträgerInnen. Sehr gerne laden wir darüber hinaus InteressensvertreterInnen, WissenschaftlerInnen sowie die Öffentlichkeit zu dieser Veranstaltung ein.
Die Veranstaltung ist kostenfrei; eine Anmeldung bis 30.01.18 wird jedoch erbeten.
Anmeldung und weitere Informationen über info@aiforia.eu.

   
   

Exkursion „Regional versorgt – Gans regional und Backgenuss“, 09. Dezember

Passend zur Adventszeit waren die Ziele unserer letzten „Regional versorgt“ – Exkursion in 2017: ausgehend von Kantine Vauban, Freiburg besuchten wir zunächst Sonners Heinehof in malerischen Tal von St Ulrich. Die ökologische Bewirtschaftung und das angeschlossene Restaurant, dessen Gerichte direkt mit Zutaten vom eigenen Hof zubereitet werden, machen den Heinehof zu einem interessanten Modell eines landwirtschaftlichen Betriebes und zu einem beliebten Ausflugsziel. Der Hof, der seit 1867 von Generationen der Familie Sonner geführt wird, hat viele Veränderungen gesehen: vom Ackerbau in Hanglagen (Pflügung mit Ochse und Umlaufrolle) bis zur heutigen Mischwirtschaft mit Schwerpunkt Tierhaltung – ganz aktuell der neue, moderne Laufstall für die Limousin Rinder, der den Hof auch für die geplante Übergabe an den Sohn attraktiv machen soll. Ein ungeplanter, aber glücklicher Zufall war die „Zugabe“ von Rebstöcken zu den in Bollschweil zugekauften Weideflächen – mit dem Besitz des Weinbergs war auch die Eröffnung einer Strauße möglich; Grundlage für das heutige Restaurant, in dem vorwiegend eigene Produkte verarbeitet werden: Limousin Rinder aus Mutterviehhaltung, Freiland-Gänse und -Schweine, Streuobst, Brot, Wein etc).

Das Backhaus der Vielfalt in Freiburg – St. Georgen steht dem in Sachen Engagement in nichts nach: aus einer privaten Initative eines Demeter-Landwirts ist eine „solidarische Backgemeinschaft“ entstanden, die ihre knapp 100 Mitglieder wöchentlich mit frischem Holzofenbrot versorgt und auch offen ist für Selberbacken, Brot wie Pizza, und andere Initiativen. Das Backhaus selbst arbeitet inklusiv und beschäftigt u.a. einen Mitarbeiter mit Handicap. Verarbeitet werden verschiedene Getreidesorten (Roggen, Einkorn, Emmer, Weinzen, Dinkel, Hafer) der Solidarischen Landwirtschaft Luzernenhof, und ganz solidarisch wird eben nicht nicht pro kg Getreide, sonder pro ha Anbaufläche bezahlt. Die Brote entstehen alle auf der Basis von Sauerteig, und doch in unglaublicher Vielfalt, je nachdem welche Getreidemischungen, ob „Quellstücke“, „Brühstücke“ oder „Kochstücke“ eingearbeitet werden. Das Ergebnis duftet und schmeckt jedenfalls fantastisch. Zur Verteilung sind überall in der Stadt „Brotschränke“ installiert, von denen die Mitglieder immer am Donnerstag ihren frischen Brotanteil abholen können.

Einen kleinen Anteil dürfen auch wir mitnehmen für unser anschließendes Weihnachtsessen in der Kantine Vauban: im Hauptgang eine der Gänse von Sonners Heinehof, von deren gute Heimat wir uns kurz vorher ja noch überzeugt hatten. Ein sehr wertvoller und kostbarer Abschluss der Exkursionsreihe 2017, der mit vielen Reflexionen und Anregungen für neue Exkursionen begangen wird.

„Attractive Danube“: 3. Projekttreffen in Freiburg

Vom 27. bis 29. November 2017 fand das dritte Treffen aller Projektpartner des INTERREG-Projektes „Attractive Danube“ in Freiburg statt. 34 Teilnehmer aus 12 Donau-Anrainerstaaten trafen sich im Haus 037, um über den aktuellen Stand des Projektes sowie die nächsten Schritte zu diskutieren. Im Fokus lagen dabei die Suche nach geeigneten Indikatoren zur Messung von regionaler Attraktivität sowie den dazugehörigen Beteiligungsprozess mit relevanten Akteuren aus den jeweiligen Regionen. Die Partner berichteten aus ihren Erfahrungen der bisher stattgefundenen Workshops in den jeweiligen Ländern und stellten die dabei neu definierten Indikatoren vor. In einer Vielzahl der Partnerländer konnten insbesondere Akteure von nationaler und regionaler Ebene als Teilnehmer für die Workshops gewonnen werden, als eher schwierig wird die Ansprache lokaler Akteure empfunden. Für aiforia stellt sich die Situation eher umgekehrt dar und der Beteiligungsprozess konzentriert sich vorwiegend auf die lokale Ebene.

Die Suche nach geeigneten Indikatoren stellt viele Partner besonders wegen der fehlenden Datenverfügbarkeit vor große Herausforderungen. Im Gegensatz dazu gibt es in Deutschland und Ungarn bereits umfangreiche Datenbanken mit einer großen Vielzahl an hinterlegten Indikatorenwerten. Einige dieser Datenbanken sind zudem bereits GIS-basiert wie das aktuell veröffentlichte GEO-Portal Baden-Württemberg. Hier stellt sich die Aufgabe insbesondere in der Identifikation zusätzlicher Indikatoren zur Messung von regionaler Attraktivität.

Die Anwendung der Indikatoren führt unter den Projektpartnern immer wieder zu Diskussionen. Welche Indikatoren können zur Messung von regionalen Attraktivität herangezogen werden? Welche Aussagen kann ein einzelner Indikator haben?  Wie können Indikatoren in einen sinnvollen Kontext gesetzt werden?

Die im Rahmen dieses Prozesses identifizierten Indikatoren dienen dem Aufbau einer für den Donauraum gemeinsamen Monitoring-Plattform. Diese GIS-basierte Plattform wird derzeit am Geodätischen Institut Slowenien entwickelt und soll später der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Mithilfe dieser Plattform können Indikatoren auf unterschiedlichen Ebenen visualisiert werden und somit politische Entscheidungsprozesse, sowohl auf horizontaler als auch auf vertikaler Ebene, unterstützt werden.

Project co-funded by European Union Funds (ERDF, IPA)

Exkursion „Regional versorgt“: Von Schafen und Elefanten

Zwei wirklich „naheliegende“ Ziele der regionalen Versorgung hatten wir uns am 24. November vorgenommen: chäferei Engist in Bollschweil und Elephant Beans in Freiburg, so dass wir die Exkursion ganz nachhaltig mit ÖPNV und gutem Schuhwerk unternehmen konnten.
14 Uhr war der Start ab Vauban mit dem Bus durchs Hexental nach Bollschweil, wo Edgar Engist am Donnerloch seine Schäferei betreibt. Der engagierte Schäfer nahm uns mit seinen beiden Herden- Hütehunde in Empfang und gab auf dem Weg zu den Schafweiden erste Einblick in die aktuellen Themen bei der Schäferei: die zunehmende Zahl an Wölfen, aber auch die Konditionen für die Bioland- Zertifizierung. In den letzten Jahren hat Schäfer Engist die Herden und beweideten Flächen reduziert, die Mindestgrenze für die Berechnung der Zertifizierungsgebühren sei jedoch bei 20ha.
Engist züchtet verschiedene Rassen (darunter dunkle und weiße Bergschafe) vor allem wegen der Lämmer, die er vorwiegend (und mit Vorliebe) an Züchter verkauft, ansonsten sucht er Kooperationen mit Gaststätten, die eigene Metzgereien haben. Die Tiere liegen ihm am Herzen (und wir verstehen das allerspätestens, als wir die neu geborenen Lämmer im Stall sehen dürfen), und so hat er in der Vergangenheit auch schon mal ein lukratives Angebot abgelehnt, weil er die Lämmer dafür im Schlachthaus hätte schlachten lassen müssen. Aber der kleine Verkaufsstand am Wanderweg entlang des Donnerloch zeugt von der Vielseitigkeit des Schäfers: neben Schafsalami sind dort Wolldünger (Pellets aus der Rohwolle), Apfel-Quittensaft von den Streuobstwiesen, Spirituosen, Bienenhonig, Kartoffeln, und sogar frischer Feldsalat gegen Zahlung ins Kässle zu erwerben. Neben dem Wolldünger sind die Vermarktungsmöglichkeiten für Wolle jedoch schlecht, erfahren wir: gerade mal 50 Cent bekommt Engist für 1 kg Wolle – die eigentlich Wertschöpfung findet statt, wenn die Rohwolle auf dem Weg zum strickfertigen Wollfaden kreuz und quer die Welt umquert…

Zurück in Freiburg erfahren wir anschließend von Jörg Volkmann, dem Gründer der Kafee-Rösterei von Elephant Beans, was das besondere ist am „Elefentankaffee“ und wie der zu einer nachhaltigen Versorgung in Freiburg beiträgt. Erfahrungen von verschiedenen Reisen haben ihn und seine Frau dazu bewogen, in den Direkthandel mit Kaffee (aber inzwischen auch Tee, Gewürze, Nüsse und viele weitere Spezialitäten) einzusteigen. Sie sind Mitglied von „Roasters United“ und betreuen persönlich einige der ProduzentInnen vor allem im Indien, die sie mindestens einmal im Jahr auch besuchen. Natürlich erfahren wir auch viel über die Zusammensetzung von Kaffee, die Besonderheiten bei der Zubereitung in Abhängigkeit von Röstverfahrung, Temperatur bei der Zubereitung, Wassermenge etct. etc. – die Vielfalt an möglichen Genüssen scheint unendlich, und wir sind begeistert von denen, die wir kosten dürfen. Beeindruckend ist vor allem aber auch die solidarische Haltung mit den ProduzentInnen: Elephant Beans zahlt die Kaffeebauern im Herbst VORAB für die erwartete Ernte im nächsten Jahr. KaffeetrinkerInnen in Freiburg können sich daran beteiligen, in dem sie eine Art „10er-Karte“ im Voraus bezahlen und ihren Kaffee dann portionsweise, immer frisch gemahlen, übers Jahr im Röst-Cafe in der Baslerstraße abholen. Denn: Kaffee ist kein Lagerprodukt, das erfahren wir auch – wer konventionellen Kaffee kauft, der bereits vor Monaten geröstet wurde, tut sich ganz offensichtlich keinen Gefallen.

Randvoll mit Informationen, aber auch gut versorgt mit Köstlichkeiten unserer beiden Gastgeber dieser Exkursion kehren wir zurück in die Kantine, wo wir beim Verzehr der Genüsse von Schäferei Engist und Elephant Beans noch ausreichend Zeit haben, den Nachmittag zu reflektieren.